Stadtbesichtigung

Rudabánya wird schriftlich vorerst 1299 erwähnt, die Siedlung selbst ist jedoch wesentlich älter, sie ist eine der uralten Bergarbeitersiedlung im Lande. Die Bodenschätze – Kupfer, Blei, Silber und eisenhaltige Mineralien – wurden von den hier wohnenden Leuten seit Jahrtausenden abgebaut.

Der Name von Rudabánya stammt aus dem altslawischen Wort ruda, was Erz, Eisenerz bedeutet. Wie bedeutend die Siedlung im Mittelalter war, das beweisen die im Jahre 1351 zugesprochenen Vorrechte der Bergstadt, die Stadt war eine von den siebten Bergstädten in Oberungarn.

Der König, Sigismund von Luxemburg besuchte mehrmals nach Rudabánya, sein Truchseß István Perényi wurde im Ort in der kalvinistischen Kirche begraben.

Die Blütezeit im XVI. Jahrhundert wurde durch die Angriffe der Türken beendet. Die Siedlung hat ihre städtischen Vorrechte verloren.

 Der Bergbau wird im XVII. Jahrhundert infolge der Güte der Grafenfamilie Gvadányi wieder begonnen. Später wurden die Csákys die Gerichtsherren in der Siedlung, bis zur Mitte des XIX. Jahrhunderts. In der zweiten Jahreshälfte des XVIII. Jahrhunderts wurde es auch mit dem Eisenerzbergbau begonnen. Im Grubenfeld in Rudabánya hat Graf Manó Andrássy

nach Eisenerz gesucht. 1880 wurde in Wien die Borsodi Bergbaugesellschaft von Albert Rotschild, Vilmos Guttmann und Manó Andrássy gegründet. Das Unternehmen war rentabel, da zu dieser Zeit Roheisen immer mehr gefragt war.

 Die Zeit nach 1945 ist mit der Verstaatlichung verknüpft, der Großbergbau konnte bis zur Mitte der 1980-er Jahre aushalten. Danach hat der Ort seine Bedeutung verloren, zahlreiche gesellschaftliche Probleme überschatteten den Alltag, das schmerzhafte davon war das Problem der Arbeitslosigkeit.

 Die Bevölkerung von Rudabánya hat durch Jahrhunderte lang mit ihrem Fleiß und übermenschlicher Kraft einen der gefährlichsten Berufe ausgeübt, in zahlreichen Fällen hat die Arbeit ihre Frucht getragen, da der Ort erblühte. Nun wollen wir das heute mit der Pflege der Traditionen und der Kulturarbeit krönen.

Am 31. Dezember 1985 wurden der Eisenerzbergbau und die Aufbereitung eingestellt.

 Rudabánya wurde 1967 weltbekannt, als hier die 10 Millionen Jahre alten Rudapithecus-Funde aufgefunden wurden, sie sind die Beweise für eine frühe Periode des Menschenwerdens und gelten auch heute noch einmalig.

 Nach sechs Jahrhunderten erhielt Rudabánya am 1. Juli 2008 wieder den Stand der Stadt.

 Der Bürgermeister Lajos Szobota übernahm am 06.09.2008 den Schlüssel für die Stadt und die Urkunde über die Erklärung des Ortes für eine Stadt vom damaligen Leiter des Ministeriums für Selbstverwaltungen

 Der Minister für Selbstverwaltungen, Herr István Gyenesei erhob in seiner feierlichen Begrüßung: die Einwohner von Rudabánya haben sich ihr Recht, den Stand der Stadt nur zurückverschafft, welches schon 1351 vom König Ludwig ihnen vergeben wurde. Die jetzige „Rehabilitation“ ist ein historisches Gutmachen, eine große Möglichkeit für die Zukunft, jedoch eine Verantwortung, Pflicht und eine Mehraufgabe, damit auch die Bevölkerung im Umkreis die Ausstrahlungskraft von Rudabánya zum Spüren bekommt.